Die Jahrhundertflut an der Elbe

 

Ich möchte uns hier ersparen, nochmal komplett die ganze Chronologie der Flut zu präsentieren. Es wurde genug darüber berichtet und auf den Internetseiten vieler Anbieter war auch ernorm viel zu lesen. Leider kam es dabei immer wieder zu gegenteiligen Berichten und zu Falschdarstellungen, Diese sollen hier nicht wiederholt werden.
Deshalb beschranke ich mich hier nur auf einige Bilder aus dem Wittenberger Raum, fotografiert von Martin Ebert, KDG Wittenberg. Er besitzt auch die Urheberrechte.
 Viele Einzelheiten können sie auch bereits oben in den Onlinemeldungen, den Kurzberichten und in den stationsber4ichten von Jänickendorf und Mühlanger nachlesen. Hier davon einige Auszüge:
Bis zum 11. blieb es trocken. Zu dieser Zeit stand Passau schon tief im Wasser, da die Niederschläge in Süddeutschland schon eher einsetzten. Die Donau führte dort zu einem ungeahnten Hochwasser. Dies sollte sich am Sonntag auch bei uns ändern. Im Anzug war ein Starkregengebiet aus dem Südosten, eine sogenannte und schlecht zu prognostizierende Vb-Lage. 
Um 19.30 waren es schon  80,7 mm. Diese enormen Niederschlagsmengen waren im Nordstau des Erzgebirges noch um ein vielfaches stärker, was dort ab dem Abend zu einer Katastrophe führte. Besonders das Weißeritztal hat es hier sehr stark betroffen und die Stadt Grimma durch die Mulde. Beide Flüsse, sonst fast Rinnsäle, wuchsen zu reißenden Strömen heran und verwüsteten auf ihren Weg ins Tal alles, was die meterhohe Flutwelle zu packen bekam.  Am 13. stand ein neuer 24 std. Rekordwert fest: 95,4 mm. Im Erzgebirge wurden verbreitet mehr als 150 Liter ermittelt, trauriger Spitzenreiter war Zinnwald mit 413 Liter, ein noch nie dagewesener Wert. 
Am 14. August wurde Prag von der Moldau überflutet. Einige Tiere im Zoo mussten getötet werden, um ein qualvolles ertrinken zu verhindern. Diese Wassermassen bewegen sich nun auch mit dem Elbwasser auf die Sächsische Schweiz und Dresden zu. Das Nass von oben war am 15. gebannt, aber das, was nun durch das Elbtal kommt, weitet sich zur schlimmsten Flutkatastrophe aus, die man je dort gesehen hat. Am 16. steht fast ganz Dresden mit über 9 Metern Elbpegel im Wasser. Der Kampf an der Elbe hindess geht weiter. Bei Meißen wurde ein Eisenbahnviadukt zerstört, die Stadt selber ist auch in den Fluten verschwunden. Bei Mühlanger (Wetterstation von Achim Kuhn) wird der Deich noch gehalten. Auf der Südseite bei Pratau sieht es schon schlimmer aus.  Nun wird um Wittenberg und Dessau gekämpft, Torgau blieb noch trocken, aber nördlich der Stadt brach der Damm und überflutete mehrere Dörfer. Auch in Pratau auf der Südseite von Wittenberg brach der Damm gegen Mitternacht uns setzte das Dorf und 10 km südöstlich lang das Land bis Kemberg unter Wasser. Man spricht von der größten Flut seit 570 Jahren.  Der Stadtkern ist noch trocken. In Dessau steht der Stadtteil Waldersee unter Wasser, die Innenstadt ist noch nicht bedroht. Die A9 wurde am Nachmittag teilweise gesperrt, über 50 km Stau waren die Folge. 
Pratau, Wohnhaus unter Wasser, 23.08.2002
Die Flut durchquerte am 20. Madgeburg. Dort konnte schlimmeres verhindert werden, da ein Drittel der Wassermassen durch einen Umfluter geleitet wurde. Leider brach dort ein Damm und das Wasser überflutete einige kleiner Dörfer. Die Flut passierte am 22. August unter weiterer Abschwächung Wittenberge. Je nördlicher das Hochwasser kommt, desto sicherer sind die Deiche. Nachfolgendes Problem an der gesamten Elbe ist die lange Standzeit des Wassers an den Deichen. Dadurch drohen immer noch viele zu brechen, obwohl die eigentliche Flutwelle längst durch ist. Es ist weiterhin Vorsicht geboten. 
Marco Ringel
Wetterstation Jänickendorf

Bilder finden sie unter www.wittenberg.de

ZurückWeiter