Jahresrückblick für 2011

 

 

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Das Jahr 2011 war mit 9,6 °C wieder 0,3K über seinem Normwert (1985-2011) und damit deutlich wärmer als sein Vorjahr, das nur ein Mittel von 7,8°C aufwies. Immerhin erlebten wir den 3. wärmsten April meiner Messreihe und den 4. kältesten Juli mit nur 17,1°C im Mittel, 0,7 K weniger als der Juni. Aber auch der Dezember hatte was zu bieten als 2. wärmster seiner Art. Das Jahr wurde nach 2010 nun das 5. nasseste Jahr mit einer Erfüllung von 122%, nur 4% weniger als das Vorjahr. Dazu trugen dieses Mal der nasseste Juli mit über 200 mm oder 312% und der nasse August mit 152%, sowie der September mit 209% und der Dezember mit 217% maßgeblich bei. Da fällt es kaum ins Gewicht, dass wir auch den trockensten November aller Zeiten mit nur 7% Erfüllung erlebt haben.

Bei der Sonne erlebten wir mit 118 Prozent das sonnenscheinreichste Jahr seit Messungsbeginn 1985. Insgesamt schien sie 2062 Stunden, nur in einem Jahr knackten wir die 2000 Stunden Grenze. Das war 1989. Hier fällt der September auf, der 130% erreichte und damit genau soviel Stunden wie der August, nämlich 206h. Besonders sonnig war allerdings der November. Mit 117 Stunden kratzte dieser Monat an der 200% Marke. So wurde er der sonnigste seiner Art. Das Jahr begann mit einer der beiden schneereichsten Winter der Messreihe. Leider setzte schon an „Heilige drei Könige“ Tauwetter ein und der Schnee war am 8.1. verschwunden und sollte auch übers ganze Jahr nicht mehr zu sehen sein.

Das Jahr war temperaturmäßig wieder ein Normales, auch wenn die einzelnen Monate deutliche Abweichungen zu verzeichnen hatten. Davon  lagen 2 Monate deutlich über der Norm, der April mit 2,8K und der Dezember mit 2,4K. Der Juni und September hatten nicht so hohe positive Abweichungen. Besonders kalt war es dagegen im Februar mit -2,1K und im Juli mit -1,6K. Alle anderen 6 Monate lagen nur wenig positiv oder negativ neben ihrer Norm. 5 trockenen Monaten, von dem einer extrem trocken blieb, stehen 4 Monate entgegen, die teils das 2 bis 3-fache ihrer Norm erreichten. Der August, Oktober und Dezember waren dabei noch im mittleren Bereich bis 150%, aber der September (209%) und der Juli (312%) waren deutlich zu nass. Die dauerhafte Hochwasserbelastung aus dem alten Jahr dauerte noch bis ins späte Frühjahr an.

 Resümee: Wir erlebten wieder mal ein temperaturnormales Jahr, nur einen zu Ende gehenden Winter. Es war fast so nass wie im Vorjahr, aber das sonnenscheinreichste Jahr seit 1985 noch vor 1989. Sehr frostig und auch trocken war die zweite Februarhälfte. Ein erstes schweres Gewitter bescherte uns der 31. Mai mit einigen Technikschäden. In der ersten Julidekade kam es 3 Mal zu Starkregen. Mit 80 Litern innerhalb von 4 Tagen Ende Juli wurde das Niederschlagsdefizit dann ausgeglichen. Es folgte der Unwettertag am 4. August mit schweren Gewittern, die 36 mm brachten. Es sollte aber noch nicht alles sein. Auch am 23. und 24. August gab es nochmals schwere Gewitter mit insgesamt fast 50 Litern, 6 mm Hagel und einigen Einschlägen mit Schäden. Doch das schlimmste Unwetter stand da noch aus. Es sollte am 11. September in den Abendstunden kommen. Der wurde fast ein heißer Tag. Eine Megagewitterzelle folgte einem Blitzemeer. Bis zu 3 Blitze pro Sekunde waren zu zählen. Das Gewitter brachte eine Böe der Stärke 9, Starkregen und Hagelschlag. Im Mittel maß dieser 10 mm, es fielen aber an der Station Körner bis zu 30 mm, die die leichten Dächer durchschlugen. 300 m südlich gab es hühnereigroße Hagelkörner bis zu 5 cm. Nach 35 min waren es fast 40 mm. Die tiefen Flächen standen bis zu 10 cm unter Wasser. Das Jahr bescherte uns auch den trockensten November, der vielerorts nur wenige zehntel Niederschlag brachte, dann noch meist aus Nebelnässen. Er war sehr frostig und hatte 15 Nebeltage. Darauf folgte in sehr milder und schneeloser Dezember.

 

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Das Jahr 2011 war im Mittel der Regionalstationen mit 0,2 bis 2,3 Kelvin Abweichung fast temperaturnormal, mit 89 bis 138 Prozent niederschlagsnormal bis leicht zu nass und mit 107 bis 129 Prozent sonnenscheinreich.

Bei den monatlichen Temperaturmitteln hatten die Stationen Berlin-Prenzlau (11,6), Köthen (11,0), Bismark (10,9) und Berlin-Rahnsdorf (10,8) die höchsten Werte aufzuweisen. Die tiefsten Werte wurden an den Stationen Olbernhau/Erz. (8,2), Doberlug-Kirchhain (9,3), Grosserkmannsdorf (9,3) und Reisdorf (9,6) gemessen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel gab es überwiegend positive Abweichungen. So hatten Bismark (2,3), Berlin-Rahnsdorf (1,9), Zahna (1,9) und Berlin-Prenzlau (1,6) die deutlichsten Abweichungen aufzuweisen. Die Höchstwerte traten vorwiegend am 31. Mai auf. Die höchsten Maxima registrierten die Stationen Zahna (33,6), Wartenburg (33,5), Gera-Ernsee (33,5) und Jänickendorf (33,3). Es traten nicht viele heiße Tage auf. Die meisten heißen Tage hatte die Station Nennhausen mit 12, die wenigsten die Station Olbernhau/Erz. mit 1. Bei den Sommertage sah es ähnlich aus. Die Anzahl der Sommertage lag zwischen 72 in Nennhausen und 29 in Olbernhau/Erz. Bei den Frosttage waren wir im Normalbereich. Die Anzahl der Frosttage lag zwischen 113 in Doberlug-Kirchhain und 36 in Berlin-Prenzlau. Es traten nicht viele Eistage auf. Die Anzahl der Eistage lag zwischen 27 in Olbernhau/Erz. und 6 in Köthen. Am tiefsten sank das Quecksilber in Bln-Friedrichshagen (-17,7), Jänickendorf (-17,4), Baruth (-17,3) und Großerkmannsdorf (-17,1). Im Mittel wurde der kälteste Tag am 23. Februar registriert. Es traten genügend viele Bodenfrosttage auf. Die Anzahl der Bodenfrosttage lag zwischen 136 in Olbernhau/Erz. und 68 in Berlin-Prenzlau. Als tiefste Temperatur am Erdboden registrierte die Messstelle in Gera -20,9 Grad Celsius am 23. Februar.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der Regionalstationen lag bei 75 Prozent.

In der Niederschlagsverteilung gab es erhebliche regionale Unterschiede. Die höchsten Niederschlagmengen konnten an den Stationen Nennhausen (892,6), Olbernhau/Erz. (768,7), Berlin-Rahnsdorf (740,7) und Neuenhagen (736) gemessen werden. Die geringsten Mengen konnten an den Stationen Eisleben (447,6), Gera (479,8), Freiberg (500,7) und Köthen (504,3) registriert werden. In der prozentualen Bilanz führten Berlin-Friedrichshagen (138,3), Berlin-Rahnsdorf (136,9), Neuenhagen (129,4) und Berlin-Malchow (123,0) die Rangliste an. In Olbernhau/Erz. fielen hingegen nur 89 Prozent des Monatssolls. Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 171 in Nennhausen und 114 in Jessen. Die höchste Niederschlagsmenge konnte die Station Nennhausen mit 59,2 am 11. Juli. messen.

An bis zu 39 Tagen  lag an den Stationen eine Schneedecke. Die höchsten Schneedecken registrierten die Stationen Olbernhau/Erz. (58), Freiberg (54), Gera (31) und Jänickendorf (30). Die Höchstwerte traten vorwiegend am 01. Januar auf und beziehen sich auf en Schnee des Vorjahres. Die höchsten Neuschneesummen konnten an den Stationen Olbernhau/Erz. (67 cm), Gera (22,5 cm), Berlin-Rahnsdorf (14 cm) und Bln-Friedrichshagen (4 cm) gemessen werden.

Die meisten Sonnenstunden registrierten die Regionalstationen in Mühlanger (2104,8), Jänickendorf (2062,4), Baruth (2012,8) und Gera (1991,2). Am wenigsten schien die Sonne in Köthen (1213,3), Zahna (1389,1) und Berlin-Prenzlau (1469,8). Prozentual gesehen reichte die Spanne von Olbernhau/Erz. (128,9) bis Jessen (107,1), wobei die Stationen mit einem Überschuss klar überwogen. Heitere Tage gab es im Durchschnitt 55, trübe Tage dagegen 120.

Die höchste Windspitze konnte die Station Mühlanger mit 27,8 m/s messen. Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 67, das Mittel mit Windspitzen über Beaufort 8 (stürmische Tage) lag bei 10. Den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Gröditz mit 166, bei den stürmischen Tagen war es die Station Doberlug-Kirchhain mit 32. Der Luftdruck hatte ein Mittel von 1006,3 hPa aufzuweisen.

Die meisten Gewittertage registrierte der Beobachter in Gera, wo es an 28 Tagen blitzte und donnerte.

Dieser Bericht wurde automatisch generiert

 

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Nun noch einige statistische Werte des Jahres:  

An 138 (-16) Tagen des Jahres kam es zu Niederschlag größer gleich 0,1 mm. Im Einzelnen an 20 Tagen zu Sprühregen (+1), 155 (-2) zu Regen, 27 (-47) zu Schnee, 1 zu Reif- oder Frostgraupeln. 5 Mal Schneegriesel und 1 Mal Hagel wurden in diesem Jahr beobachtet. Es kam an 14 Tagen Mischniederschlag. An 64 Tagen waren die Niederschläge zum Teil als Schauer und an 20 (+4) Tagen mit Gewitter und an 5 Tagen mit Wetterleuchten zu beobachten. Die Luft war 2011 wieder klarer, Fernsichten waren uns 76 geboten. Dunst gab es an 125 Tagen, 17 Tage weniger als im Vorjahr. Auch der Nebel nahm leicht zu und trat an 25 Tagen auf, die meisten im November. Die Sonne schien an 300 Tagen. Die Glätteerscheinungen waren gering. 2 Mal Glatteis, 2 Tage mit Eisglätte, 11 Tage mit Schneeglätte und 3 Mal bescherte uns der Winter Reifglätte. Reif konnte ich an 76 Tagen beobachten (+11). In 89 Nächten kam es zu Tau. 3 Mal konnte Raufrost und einmal Raueis beobachtet werden. Die Schneedeckentage <=50% waren mit 15 Tagen gering. Es war ein recht windiges Jahr. Spitzen mit mehr als Beaufort 6 gab es an 145 Tagen, mit BFT 8 waren es 17. Im Mittel wurde BFT 6 an 48 Tagen ermittelt. BFT 8 trat nur 1 mal auf.

 

Temperatur- und Niederschlagsverteilungskarte Jahr 2011
auf der Grundlage der VdA-Wetterstationen

 

Temperaturverteilung des Jahres 2011 Niederschlagsverteilung des Jahres 2011

 

 

 

Temperturabweichung, Niederschlagsabweichung, Sonnenscheinabweichung

Sommer- und heiße Tage, Eis-, Frost und Bodenfrosttage, Gewittertage

 

ChartObject Sommertage und heiße Tage an den Regionalwetterstationen 

 

ChartObject Frost-, Bodenfrost- und Eistage an den Regionalwetterstationen  

 

ChartObject Gewittertage an den Regionalwetterstationen  

 

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den Regionalwetterstationen 

 

ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der Regionalwetterstationen 

 

ChartObject Prozentuale Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert (1961-1990) der Regionalwetterstationen

 

ChartObject Jahresniederschlag der Regionalwetterstationen