Jahresrückblick für 2004

 

 

Übersicht| Wetter an den Regionalstationen  | Statistik

 

Das Jahr 2004 war mit 9,9 °C ein weiteres warmes Jahr (+0,7 Kelvin), wenn man vom Sommer absieht (Mai bis Juli -0,5K), mit 83 Prozent ein wenig sonnenscheinunternormal, aber dieses mal mit 100,8 Prozent ein normales Niederschlagsjahr. 
Alle Monate außer der Januar und der Mai bis Juni waren zu warm. Dabei war der Januar  mit - 1,4 Kelvin der kälteste in der Negativabweichung. Gleich der folgende Februar war mit +1,7 K auch schon der mit der höchsten Abweichung. Durch das Temperatursommerloch und den restlich zu warmen Monaten flachte die Jahrestemperaturkurve sehr ab und verlor in seiner Ausprägung seinen Sinuscharakter. Dies heißt, dass die Jahreszeiten in 2004 oft sehr verwischten. Nur das Frühjahr und der Frühherbst waren beim Niederschlag etwas unternormal. Am trockensten war der Monat März mit 58%. In der restlichen Zeit konnte der Niederschlag seine Werte erfüllen, im November sogar mit 163% mehr als das Eineinhalbfache. Das Jahr schloss mit leichtem Plus ab (101%). Da nur zwei Monate ihr Sonnenscheinsoll erfüllen konnten (April und September), schloss das Jahr nur mit 83% ab. Dies ist sehr bitter, besonders nach dem Verwöhnprogramm des Vorjahres. 
Hier ein Blick auf die herausragenden Wetterereignisse des abgelaufenen Jahres:  Mit einer Kältewelle begann das neue Jahr. Mit -18,9°C am Erdboden fand die Kälte am 5. ihren Höhepunkt. In der Nacht zum 4. März ging das E-Min ein letztes mal unter die -10 °C Marke. Nach dem 10. kam keine Schneedecke mehr auf. Leider brachte uns die gleichzeitige Trockenheit des sonnenscheinreichen Monatseinstieges in den April wieder einen Staubsandsturm. Die Temperatur ließ noch zu wünschen übrig. Karfreitag und Karsamstag waren noch verhalten, der Ostersonntag war dagegen wunderschön. Am Ostermontag verschlechterte sich das Wetter wieder. Ab dem 28. April Frühling mit bis zu 23°C. In der Nacht zum 5. Mai verhinderten dichte Wolken den Blick auf die totale Mondfinsternis. 4 Wärmegewitter machten am 5. Mai der Trockenheit ein Ende. Die ersten 3 Gewitter waren harmlos. Erst ein Gewitter der Stärke 1 brachte am späten Abend 19 Liter. Ein erster Höhepunkt war der F2-Tornado am 10.05. in Tauscha bei Königsbrück und F0 in Kamenz/Lückersdorf. Zwischen 18 und 19 Uhr griffen kräftige Gewitter von Südbrandenburg auf Sachsen über. Die Gewitterwolke, die später den Tornado von Tauscha hervorbrachte, konnte Jens Tischer von Kamenz aus gut beobachten und sogar fotografieren. Die Eisheiligen schlugen am 14. und 15. mit -2,8°C und -0,9°C zu. Außer ein paar angefrorenen Blättern sind keine Schäden entstanden. Der Himmelfahrtstag war dann der vorläufige Höhepunkt des Frühlings. Das Pfingstfest setzte dann die Krone des Maiwetters auf. Durchweg sonnig und sehr warm. Aber keinen Sommertag im Mai. Damit wird das Jahr 2004 den spätesten Eintritt für einen Sommertag verzeichnen. Bisheriger Rekord war der 31.5.1997 (seit 1985). Der erste Sommertag konnte erst am 8. Juni mit 27,4°C gemessen werden. Es ist der späteste Eintrittstag meiner Messreihe (1985). Der Venustransfers konnte wegen Wolken nicht beobachtet werden. Die Unwetterfront, die am Morgen des 9. in Hamburg sehr große Schäden hinterließ, erreichte nur noch in abgeschwächter Form mit 10 Litern Regen. Trauriger Höhepunkt des Jahres war der F3-Tornado von Micheln am  23. Juni. Hinter dem Ausläufer eines ungewöhnlich kräftigen atlantischen Sturmtiefs mit Zentrum über England bildeten sich in feuchtmilder südwestlicher Strömung in weiten Teilen Deutschlands zahlreiche Schauer und Gewitter. Dabei gab es einen stärkeren Tornado in Sachsen-Anhalt. Dieser Tornado trat 19 Uhr nördlich bis nordwestlich von Köthen auf, in Micheln gab es Verletzte und erhebliche Sachschäden. Am 3. Juli gab es örtlich Hagel, an der Station selbst nur eine leichter Schauer. Am 8. entluden sich in einem Sturzregen im Gewitter 11 mm. Ein zweites Gewitterband war langsamer und ausdauernder und brachte nochmals 11 Liter. Über dem Spreewald war die intensivste Zelle, in Lübben fielen 50 Liter. Damit machte der Sommer schon wieder Pause. Der 18. Juli entwickelte sich zum ersten heißen Tag des Jahres. Es ist der späteste Eintrittstag seit Messungsbeginn 1985. Geschlagen wurde der 06.07.1987 mit genau 30,0°C. Ein Gewitterband am Abend brachte in der ersten Welle 5, in der zweiten nur noch 4 Liter. Dümde hatte 15, in Jessen fielen sogar 26 mm. Vielerorts ist noch mehr heruntergekommen. Unwetterartige Vorkommnisse wie in NRW blieben uns aber allen erspart.  Sommerlich heiß, und gewittrig blieb es bis zum Monatsende.  Nach dem 3. August gingen die Hundtage los.  Am 12. hatten wir den heißesten Tag des Jahres mit 32,1°C und auch gleichzeitig das Ende dieser Tage. Gegen Mitternacht brachte eine Gewitterfont bis zum Morgen des 17,4 Liter. Am 20. August bildeten sich zahlreiche Gewitter mit Hagelzellen aus, die sich aber alle südlich von Jänickendorf entluden (Hagel bis 1 cm an der B115 zwischen Treuenbrietzen und Jüterbog mit Sturzregen und Null-Sicht; zweiter Hagelschlag ab Jüterbog und südlich davon).  In Luckenwalde noch setzte der Sturzregen eine Unterführung einen halben Meter unter Wasser. Eine sehr kalte Augustnacht bescherte uns der Montag (23). Am Erdboden waren es nur noch 1,6°C.  Am 24.08. endete der Sommer. Anfang September bekamen wir einen zeitigen Altweibersommer. Vom 3. bis zum 7. häuften sich 5 Sommertage an. Am 9. dann aber auch der erste Bodenfrost mit -0,9°C. Am 11. noch ein Sommertag. Am 14. dann der letzte Sommertag des Jahres. Der Altweibersommer legte ab dem 18. eine Pause bis Anfang  Oktober ein. Anfang Oktober kehrte er nochmals zurück und bescherte uns sehr warme und angenehme Tage. Am 5.10. sogar einen Sommertag hervor. Es war mit 26,5°C deren Höhepunkt und der wärmste 5. Oktober der Messreihe seit 1985. Es folgte die mildeste Nacht zu einem 6.10. mit 16,1°C als Minimum. Also fast wie im Hochsommer. Der 10. Oktober bescherte uns den ersten Hüttenfrosttag (-0,5°C). Einen neuen Tagesrekord dann noch am 21., noch nie seit 1985 war es an diesem Tag so warm, wie in diesem Jahr (21,1°C). Ein weiterer Rekord am 24. Oktober. Mit 21,2°C überbot er den  24.10.1989 mit 20,0°C. In vielen Teilen Deutschland brach am 9. November der erste Winter herein. Besonders im Harz führte dies zu sehr großen Verkehrsbeeinträchtigungen. Hier gab es nur 10 Liter Regen. Am 18. dann auch hier der erste Schnee. Es kamen so insgesamt 8 cm zusammen. Die Decke hielt sich nur einen Tag. Die ganze erste Hälfte des Dezembers blieb trocken. Am 22.  läutete eine Warmfront das Weihnachtstauwetter ein. So begangen wir nach 3 Jahren wieder ein grünes Weihnachtsfest mit ein wenig Frost in den Nächten Der Silvestertag war durchweg verregnet.

 

Übersicht | Wetter an den Regionalstationen  | Statistik

 

Das Jahr 2004 war im Mittel der Regionalstationen mit -0,3 bis 1,4 Kelvin Abweichung zu warm, mit 95 bis 130 Prozent niederschlagsnormal und mit 86 bis 115 Prozent sonnenscheinnormal. 
Bei den Temperaturmitteln hatten die Stationen Bismark (10,0), Doberlug-Kirchhain (10,0) und Jänickendorf (9,9) die höchsten Werte aufzuweisen. Die tiefsten Werte wurden an den Stationen Zahna (8,6), Großerkmannsdorf (8,7) und Kamenz (8,9) gemessen.  Im Vergleich zum langjährigen Mittel gab es überwiegend positive Abweichungen. So hatten Bismark (1,4), Berlin-Rahnsdorf (1,3), Doberlug-Kirchhain (1,1) und Doberlug-Kirchhain (1,1)  die deutlichsten Abweichungen aufzuweisen. Die Jahreshöchstwerte traten vorwiegend am 12. August auf. Die höchsten Maxima registrierten die Stationen Steinölsa (34,4), Jessen (34,0), Großerkmannsdorf (33,5) und Wartenburg (32,7) . Es traten recht wenige heiße Tage auf.  Die meisten hatte die Station Jessen mit 15, die wenigsten die Stationen Berlin-Friedrichshagen und Neuenhagen mit 3. Auch mit den Sommertagen hielt es sich in den Grenzen. Die Anzahl der Sommertage lag zwischen 52 in Steinölsa und 18 in Zahna. Bei den Frosttage sah es da wieder besser aus.  Die Anzahl der Frosttage lag zwischen 100 in Großerkmannsdorf und 67 in Doberlug-Kirchhain Eistage gab es nicht allzu viel.  Die Anzahl der Eistage lag zwischen 19 in Berlin-Rahnsdorf und 10 in Bismark. Am tiefsten sank das Quecksilber in Großerkmannsdorf (-18,4), Berlin/Prenzlau (-17,6), Kamenz (-17,4) und Finsterwalde (-17,0).  Am häufigsten wurde der kälteste Tag am 6. Januar registriert. Im Schnitt gab es 3 Monate Bodenfrost.  Die Anzahl der Bodenfrosttage lag im einzelnen zwischen 141 in Jänickendorf und 69 in Zahna. Als tiefste Temperatur am Erdboden registrierte die Messstelle in Kamenz -24,8 Grad Celsius am 6. Januar.
 Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der Regionalstationen lag bei 76 Prozent.
In der Niederschlagsverteilung gab es erhebliche regionale Unterschiede. Die höchsten Niederschlagmengen konnten an den Stationen Freiberg (991,9), Steinölsa (853,2), Kamenz (687,7) und Finsterwalde (663,3) gemessen werden.  Die geringsten Mengen wurden an den Stationen Jessen (516,0), Mühlanger (516,6), Wartenburg (524,0) und Teltow (529,1) registriert.  In der prozentualen Bilanz führten Freiberg (130,4), Bln-Friedrichshagen (122,1), Finsterwalde (118,4) und Steinölsa (116,1)  die Rangliste an. In Wartenburg fielen hingegen nur 95 Prozent  des Monatssolls.  Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 195 in Berlin-Rahnsdorf und 153 in Berlin-Prenzlau.  Die höchste Tagesniederschlagsmenge konnte die Station Gröditz mit 62,1 am 10. Mai messen.  An 12 bis 48 Tagen lag an den Stationen eine Schneedecke.  Die höchsten Schneedecken registrierten die Stationen Kamenz (36cm), Doberlug-Kirchhain  (34), Freiberg (30) und Steinölsa (24) .Die Höchstwerte traten vorwiegend am 30./31 Januar auf. Die höchsten Neuschneesummen konnten an den Stationen Finsterwalde (76 cm) , Steinölsa (68 cm) , Gröditz (59 cm) und Doberlug-Kirchhain (48 cm) gemessen werden. 
Die meisten Sonnenstunden registrierten die Regionalstationen in Jessen (1940,8), Steinölsa (1818,0), Köthen (1743,4) und Mühlanger (1735,9).  Am wenigsten schien die  Sonne in Neuenhagen (1470,1), Bismark (1573,0), Kamenz (1637,0) und Jänickendorf (1726,6).  Prozentual gesehen reichte die Spanne von Jessen (114,8) bis Neuenhagen (86,1), wobei die Stationen mit einem Überschuss klar überwogen.   
Heitere Tage gab es im Durchschnitt 33, trübe Tage dagegen 131. Die höchste Windspitze konnte die Station Freiberg mit 30 m/s messen.  Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 63, das Mittel mit Windspitzen über Beaufort 8 (stürmische Tage) lag bei 11.  Den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Jessen mit 217, bei den stürmischen Tagen war es auch die Station Jessen mit 54.  Der Luftdruck hatte ein Mittel von 1016,1 hPa aufzuweisen.  
Die meisten Gewittertage registrierte der Beobachter in Gröditz , wo es an 30 Tagen blitzte und donnerte.
Dieser Bericht wurde automatisch generiert

 

Übersicht | Wetter an den Regionalstationen  | Statistik

 

Nun noch einige statistische Werte des Jahres: Gleich zu Anfang des Jahres wurde die kälteste Nacht des Jahres gemessen. Sie konnte am 05. Januar  mit –14,7 °C in der Hütte und am Erdboden –18,9 °C ermittelt werden. Den heißesten Tag des Jahres  mit 32,1 °C gab es wieder einmal im August, nämlich am 12. Insgesamt aber eine schwache Kür. Nur 9 heiße Tagen konnten neben 41 Sommertagen in Jänickendorf registriert werden, 52 wären normal. Wenigstens er August konnte allein mit 18 Sommertagen glänzen, den Rest des Sommers konnte man getrost vergessen. Der Winter brachte dafür 141 Bodenfrosttage und 82 Frosttage. Eistage gab in diesen Winter nur 11. Im Endresultat also ein etwas längerer aber weniger strenger Winter als im Vorjahr
   Der Niederschlag erreichte einen normalen Wert gegenüber seinem Mittel von 1985-2004 (100,8%). Dabei waren ausgerechnet der Juni und Juli mit die nassesten Monate (130 bis 138%). Den meisten Niederschlag brachte allerdings der November: 69,6 mm (163%), aber kaum als Schnee. Dieses Jahr konnte die Landwirtschaft wieder etwas aufatmen. Besonders um die Reife des Getreides musste man sich anfänglich Sorgen machen, doch dann kam doch noch trockenes Reifewetter im Hochsommer.
Die Sonne hatte ihr Soll mit 83 % recht hoch verfehlt, kein Wunder, der verregnete Sommer erbrachte durchweg negative Abweichungen. 
Verdunstet sind innerhalb des Jahres 492 Millimeter aus dem Verdunstungskessel. Das entspricht einer Wasserhaushaltsbilanz von einem leichten Plus von 54 Millimetern. Damit ist ein wenig mehr Niederschlag gefallen als verdunstet ist. Dabei waren die höchsten Negativwerte im August und September, alle anderen Monate waren recht ausgeglichen.
Nun noch einige statistische Werte des Jahres: An 166 (+18) Tagen des Jahres kam es zu Niederschlag größer gleich 0,1 mm. Im einzelnen an 25 Tagen zu Sprühregen, 192 zu Regen, 40 (+13) zu Schnee, 5 zu Reif- oder Frostgraupeln und 3 zu Schneegrieseln, wobei etwa 20 Prozent als Mischniederschlag auftraten. An 111 Tagen waren die Niederschläge zum Teil als Schauer und an 27 (+9) Tagen mit Gewitter und an 8 Tagen mit Wetterleuchten zu beobachten. 36 Tage waren uns Fernsichten geboten. Dies ist recht viel, wie auch schon im Vorjahr. 82 mal mussten wir uns mit Dunst unter 8 km Sicht begnügen. Nebel trat nur an 16 Tagen auf, dann nahm er uns die Sicht aber völlig. Die Sonne schien an 322 Tagen des Jahres. Glätteerscheinungen nahmen wieder leicht zu und landeten bei einem normalen Niveau. Dabei konzentrierten sich die meisten davon im Januar: 4 mal Glatteis, 20 Tage mit Eisglätte, 29 Tage mit Schneeglätte  und 2 Tage mit Reifglätte. Reif konnte ich an 78 Tagen beobachten. In 143 Nächten kam es zu Tau, was in beiden Fällen eine leichte Zunahme darstellt. Nebelfrost gab es sehr selten. Nur jeweils einmal konnten Raureif und Raueis beobachtet werden. Dafür sanken die Schneedeckentage <=50% leicht ab, nämlich auf 35. Der Wind war in diesem Jahr einigermaßen lebhaft. Spitzen mit mehr als Beaufort 6 gab es an 55 Tagen, mit BFT 8 waren es 4. Im Mittel wurde BFT 6 immerhin an 13 Tagen ermittelt. BFT 8 trat wieder nicht auf. Der Wind war gut auf das Jahr verteilt, da es auch keine markanten Herbststürme gab.

 

Temperatur- und Niederschlagsverteilungskarte Jahr 2004
auf der Grundlage der VdA-Wetterstationen

 

Temperaturverteilung des Jahres 2004Niederschlagsverteilung des Jahres 2004

 

 

 

Temperturabweichung, Niederschlagsabweichung, Sonnenscheinabweichung

Sommer- und heiße Tage, Eis-, Frost und Bodenfrosttage, Gewittertage

 

ChartObject Sommertage und heiße Tage an den Regionalwetterstationen 

 

ChartObject Frost-, Bodenfrost- und Eistage an den Regionalwetterstationen  

 

ChartObject Gewittertage an den Regionalwetterstationen  

 

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den Regionalwetterstationen 

 

ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der Regionalwetterstationen 

 

ChartObject Prozentuale Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert (1961-1990) der Regionalwetterstationen

 

ChartObject Jahresniederschlag der Regionalwetterstationen